Nistkastenkontrolle 2015

Nistkastenkontrolle 2015 Der Golfplatz stellt Vögeln Nistkästen zur Verfügung. Die diesjährige Kontrolle ergibt eine grosse Zahl toter Jungvögel. Vermutlich sind die Elterntiere umgekommen, so ist die Fütterung ausgeblieben. Bei nicht ausgebrüteten Eiern kann man sich dasselbe Schicksal vorstellen. Die   Kästen werden von Meisen Arten, Kleiber, Staren und  Sperlingen angenommen. Je nach Zusammensetzung des Nestes kann man feststellen welche Art gebrütet hat. Die Brutleistung der Elterntiere ist enorm, denn manchmal sind bis zu 15 Eier zu bebrüten (Blaumeise), dies entspricht dem 1,5 fachen Körpergewicht des Weibchens.

Was tun die Frösche im Winter?

Was tun die Frösche im Winter? Im September/ Oktober, wenn die Tage kürzer werden suchen die Amphibien ihre Winterquartiere auf. Das können Spalten, Löcher im Erdreich oder Blockhalden sein, alte Wurzelgänge und Mauslöcher. Oft liegen diese Quartiere im Wald auch jetzt gibt es Wanderungen wie im Frühling und es finden viele Amphibien den Tod. Amphibien verbringen eine Winterruhe nicht Winterstarre. Der Stoffwechsel ist reduziert doch bleiben sie mobil  und wechseln bei milderen Wetterphasen ihren Aufenthaltsort. Einige Arten überwintern im Gewässer. Sie graben sich in die Schlammschicht ein. Bemerkenswert ist, dass die Amphibien keine Nahrung zu sich nehmen und sind im Frühling doch in guter körperlicher Verfassung.

Im Herbst bestechen die Laubbäume mit ihren Farben.

Im Herbst bestechen die Laubbäume mit ihren Farben. Was geschieht eigentlich? Der Farbwechsel beruht auf der mengenmässigen Zusammensetzung der Blattfarbstoffe. Das Chlorophyl wird abgebaut und die Carotinoid-Farbstoffe (gelb, orange, rot) überwiegen. Der Baum reagiert auf die  kürzer werdenden Tage und die fallende Temperatur, das Zeichen, das Abstossen der Blätter vorzubereiten. Im Blattstiel wird ein Trenngewebe gebildet, damit die Baum-Säfte nicht auslaufen können.  Analog zum Blut welches gerinnt sobald es bei einer Verletzung die Blutbahn verlässt.

Die Gründe die Blätter abzuwerfen sind einerseits den Wasserverbrauch im Winter zu reduzieren, (Sommer: je nach Temperatur und Art 400l pro Tag), andererseits wird der  Schnee eine kleinere Fläche belasten  und die Umweltgifte  fallen mit den Blättern ab.

Pilze

Pilze: Parallel zum Fairway 10 gibt es grosse Pilze (Namen mir unbekannt). Die Pilzsaison 2015 in der Schweiz hat begonnen und dieses Jahr spriessen viele Waldpilze wegen der Hitze und Regen früher. Das Pilze Sammeln unterliegt den jeweiligen kantonalen Bestimmungen. Im Kanton Schwyz gelten 2 Kg und höchstens 1 Kg Morcheln pro Person. Wie bei manch anderen Spezies, gibt es auch bei den Pilzen gefährdete Arten durch Habitat Verlust, z.B. der rosarote Saftling. Bei aller Sammlerleidenschaft Pilze kontrollieren lassen!

Edelkrebse in Küssnachter Golfplatz Seen

13. 08. 2015

Wie es manchmal so geht, bei einem Gespräch haben wir vernommen, dass Edelkrebse gerne Algen auf dem Speisezettel haben und diese für Edelkrebse eine Delikatesse sei. Dies war vor 3 Jahren.
Heute vergnügen sich 240 Edelkrebse - je die Hälfte weibliche und männliche - in den Seen 6 - 9/17 - 15 - 16.
Am 31. Juli sind die Krebse von den Herren Kuno von Wattenwyl, kantonaler Fischereiaufseher des Kantons Schwyz und Rolf Schatz, Experte für einheimische Flusskrebse und Gewässerspezialist überbracht und in den Seen eingesetzt worden.
Die Edelkrebse sind nachtaktiv. Während des Tages suchen sie Schutz in den vielen Vertiefungen der Teiche.
Weitere Informationen können Sie  hier lesen.

Wir wünschen den neuen Mitbewohnern des Küssnachter Golfplatzes gutes gedeihen mit leckeren Algenmahlzeiten!

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Trichterspinnen (Agelenidae)

Eine Familie der echten Webspinnen. Zurzeit kann man ihre Netze entlang des Weges zu Loch 2 sehen. Trichterspinnen weben eine Wohnhöhle die sich von aussen nach innen verengt und 2 Ausgänge hat. Die Tiere verbringen die meiste Zeit in dieser Höhle. Die Spinne verharrt regungslos in der Höhle oder am Eingang, ihre vorderen Beinpaare tastend auf das Netz gelegt. Nähert sich Beute in die gespannten Fangfäden, laufen die Spinnen flink aus der Wohnhöhle, ergreifen die Beute und ziehen sich sofort wieder zurück um zu speisen. Trichterspinnen sind weltweit verbreitet man kennt 500 Arten.

Bachstelze

Auf den Fairways begegnet man immer wieder einem schnell trippelnden schwarz/weissen Vogel. Steht der Vogel so wippt er mit dem Schwanz. Es ist die Bachstelze auf der Suche nach Spinnen und Insekten. Ein häufiger und verbreiteter Sing- und Zugvogel. Zu finden bis in den äussersten Westen von Alaska. Die Überwinterung findet in Südwesteuropa und Nordafrika statt. Momentan ist Brutzeit und die Driving Range bietet Nischen und 4-5 Jungen zu gedeihen. Gewöhnlich finden 2 Bruten statt. In der Schweiz leben über 100'000 Vögel. Das schwarz/weisse Kleid ist nur in der Brutzeit so klar, daneben hat der Vogel auch ein Schlichtkleid (gräulich) auch die Jungen haben ein wenig auffallendes Tarnkleid.

Waldkauz

Porträt zu „unserm“ Waldkauz. Wie fast alle Eulen jagt er nachts und schläft tags. Er kann den Kopf nahezu ganz herum drehen und so seinen Beobachter stets im Auge behalten. Als Nest dient ihm eine Baumhöhle, die vorher von einem Specht gezimmert wurde. Er frisst kleine Säugetiere, vor allem Mäuse. Der Federnschleier um die Augen wirkt wie ein Parabolspiegel, welcher die auftreffenden Geräusche bündelt und verstärkt zur Gehöröffnung weiterleitet. Die Ortung der Beute in der Nacht geschieht nicht nur über das gute Auge sondern auch über die Zeitdifferenz  eines Schalls zwischen dem rechten und linken Ohr. Die Haare der Beutetiere können dann als sogenannte Gewölle gefunden werden.  Ein Männchen kann ein Weibchen nur mit vielen Mäuse-und Nager Geschenken  für sich gewinnen. Sie kann somit davon ausgehen, dass ihre Jungen genügend Futter haben werden.

Erich Schnüriger als Landschaftsgärtner

Seit 2011 arbeitet Erich Schnüriger als Landschaftsgärtner in unserm Golfclub. Er setzt die oekologischen Verbesserungen auf dem Golfplatz um und kennt sich in der Natur bestens aus. Dieses Jahr hat er bereits einem Zebrafinken das Leben gerettet und vor Kurzem sich um einen jungen Waldkauz gesorgt. Der junge Kauz wurde vom Präsidenten des Vogelschutz Vereins Küssnacht als kräftig genug wieder in der Nähe des Fundortes (Abschlag 9 Herren) ausgesetzt. Sein Geschwister hatte nicht so viel Glück und war bereits am Fundort tot. Auch die Schmetterlinge sind Erich nicht fremd, so kennt er die Raupe des Weidenbohrers (grosser Nachtfalter) genau. Gut, dass es Menschen gibt, die ihre Augen für die Schönheiten unserer Natur offen halten.

Adlerfarn

Adlerfarn (pteridium aquilium) Grösster einheimischer Farn und er gedeiht überall auf der Welt. Die vegetative Vermehrung erfolgt über die langen unterirdischen Kriechspuren (Rhizome). Die ganze Pflanze ist giftig, doch werden in verschiedenen Ländern Wildsalate  der ganz jungen Pflanze zubereitet. Tiere fressen die Pflanze nicht da die Inhaltstoffe ein Vitamin B1 zerstörende Wirkung haben. Vor Neuansaaten muss die gesamte Pflanze mit den Rhizomen entfernt werden. Sie ist jedoch sehr ausdauernd!

Traubenkirsche

Traubenkirsche (prunus padus). Ein wunderschönes stark duftendes Exemplar steht am Fairway 5 beim Trafo Häuschen. Sie gehört zu den Rosengewächsen und wird 15 m hoch. Die Blüten (von April-Juni) enthalten Aminen, die diesen betörenden Duft verursachen. Nach der Bestäubung durch Zweiflügler entstehen erbsengrosse Steinfrüchte, die zuerst rot, dann schwarz werden. Die Vögel lieben die Frucht, doch kann man die Frucht auch zu Marmelade und Säfte verarbeiten. Der Baum ist ein Grundwasserzeiger, da er nassen oder feuchten Lehm-Ton- oder Sumpfboden liebt. An Flüssen wird er als Uferbefestigung durch sein Wurzelwerk eingesetzt.

Marienkäfer

Marienkäfer (coccinella) sind halbkugelige, flugfähige Käfer ( 75-91 Flügelschläge pro Sekunde), deren Deckflügel eine unterschiedliche Anzahl Punkte aufweisen. Diese Punkte zeigen charakteristische Arten an. Für die rote Farbe ist genau wie bei den Tomaten Lycopin verantwortlich. Die Farbe dient in erster Linie zur Abschreckung von Fressfeinden. Die Larven sind blaugrün mit Borsten oder Dornen und 1,5-15mm lang. Die Larvenzeit dauert  30-60 Tage während dieser Zeit häuten sie sich 3-4mal. In Ihrer Larvenzeit fressen sie bis zu 3000 Pflanzenläuse oder Spinnmilben. Die Ueberwinterung findet in Gruppen im Winterschlaf in Spalten, manchmal in Wohnungen statt. Für ihren Schlaf fressen sie sich wie andere Tiere, Fett, Lipoide und Glykogen an. Im April sind diese Vorräte im Körper abgebaut, sie wachen auf und die Paarung beginnt.

Die asiatischen Marienkäfer weisen eine doppelt so hohe Fertilitätsrate auf, gelten daher als aggressiv und verdrängen die einheimischen Arten.  Es ist bekannt, dass befallene Weintrauben auf Grund des Sekretes welches diese ausscheiden, der Wein ungeniessbar wird. Die Tiere wurden zur Schädlingsbekämpfung eingeführt und verhalten sich nun invasiv.

Aufwertung des Waldrandes

Arbeiten neben dem Fairway 6, Aufwertung des Waldrandes. In vergangenen Zeiten war zwischen dem Waldrand und dem Kulturland ein breiter Streifen. In diesen Uebergangsbereichen leben Arten des Waldes und des Kulturlandes und sehr viele Arten, die Lebensraumelemente aus beiden Bereichen benötigen. Im Zuge  der intensiven Landwirtschaft und der Platzansprüche der Menschen (Bauzonen 10-20 m Waldabstand) wurde dieser Uebergangsstreifen immer schmaler. Der Waldrand am Loch 6 wurde wieder auf die ursprüngliche Grenze gesetzt und unterhalb wird von der sonnigen Lage her eine Trockenwiese von idealer Breite und Länge entstehen. Dies ist ein weiterer Schritt zur Artenvielfalt.(Biodiversität)

 

 

Artenvielfalt wozu?

Würde es nur eine Apfelsorte geben so wäre es nicht möglich neue Sorten zu züchten, ausserdem entstehen Krankheiten die mit Kreuzungen bekämpft werden können. (Bei den Hunden sind Ueberzüchtungen  bekannt). Pflanzen enthalten verschiedene Wirkstoffe, die wiederum von Nachbarpflanzen gebraucht werden. So wird die Fruchtbarkeit des Bodens und damit der Nutzpflanzen entscheidend beeinflusst, das Sickerwasser gereinigt und die Speicherfähigkeit des Wassers geregelt.  Aus Tieren und Pflanzen gewonnene Substanzen sind Basis zahlreicher Medikamente. Für das Auge sind eintönige Gebiete nicht die Orte wo wir uns wohl fühlen. Intakte Lebensräume schützen vor Naturkatastrophen (Auenwälder vor Ueberschwemmungen, Bergwälder vor Lawinen). Wie viele  Bilder von Künstlern zeigen Landschaften! Die Artenvielfalt ist die Grundlage des menschlichen Lebens, dies gilt auch für kommende Generationen. Jedes Individuum ist einmalig je genetisch vielfältiger die Population einer Art ist desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Individuen an neue Umweltbedingungen angepasst sind und die Art als Ganzes überleben kann.