Nistkastenkontrolle 08

05. 11. 2008

besetzter Nistkasten

Bei der diesjährigne Nistkastenkontrolle konnten wir erfreuliches feststellen. Alle neun Nistkästen waren den Sommer durch besetzt. Die Vogelarten, die in der Brutzeit einen Mistkasten besetzt habe, lassen sich anhand des Nistmaterials bestimmen. Zu den häufigsten Bewohnern der Nistkästen zählen heimische Meisenarten wie Kohl-, Blau-, Tannen-, Sump- und Haubenmeise. Eine Differenzierung nach einzelnen Arten ist aufgrund gleicher Brutgewohnheiten schwierig. Wir entfernen das alte Nest aus den Nistkästen so dass die Vögel den nächsten Frühling die Behausung frisch erstellen können.

Der Herbst

12. 10. 2008

Wunderschön farbig sind jetzt die Blätter der Bäume. Bald wird an das Aufräumen der Gärten gedacht, Sträucher werden geschnitten etc. Beerentragende, einheimische Büsche sind jetzt sehr wichtig für unsere Vögel (Vergleich Zugvögel, Raststätten). Sie können nicht Shoppen gehen! Zeigen wir uns gastfreundlich auch für die Zugvögel und warten mit schneiden und aufräumen bis Februar/März. Vieles müsste dann gar nicht mehr gemacht werden, weil schon z.B. die Würmer alle Blätter auf dem Boden "gefressen" haben (Nachhaltigkeitsprinzip). Der Avifauna Report Sempach zeigt leider kein gutes Bild für Bestände der Brutvogelarten. Dies als Folge eines Verlustes naturnaher Landschaftselemente aber auch falschverstandener Pflegearbeiten.

Der Boden

12. 10. 2008

Auf einem m2 leben je nach Bodenbeschaffenheit 100-400 Würmer. Sämtlicher Humus (Erde) der oberen Bodenschichten ist durch die Regenwürmer in Jahrmillionen passiert. Lange bevor der Pflug und heute Vertitkutiergeräte die Böden gepflügt haben, wurden sie durch die Würmer gepflügt. Während ein Wurm die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens beeinflussen kann ist der Pflug höchstens ein Bodenlockerer. Der Boden reinigt und speichert unser Trinkwasser, lagert Bodenschätze und Abfälle. Boden ist Produktionsfläche, Besitztum, Handels- und Spekulationsobjekt. "Der Boden ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit" heisst es in der Bodencharta des Europarates. Wir sind alle aufgefordert, ihm angemessen Sorge zu tragen, denn ohne fruchtbare Böden ist Leben auf der Erde undenkbar.

Der Regenwurm

12. 10. 2008

Regenwurm (Vermutlich entstanden aus "reger Wurm"). Wer jetzt Golf spielt begegnet vielen kleinen Häufchen "Dreck". Es sind Kothäufchen der für die Würmer unverdaulichen Stoffe. Aber Halt, sie enthalten eine hohe Konzentration an Mineralstoffen die für das gedeihen von Pflanzen unverzichtbar sind. Es sind 3000 verschiedene Wurmarten bekannt. Sie sind alle nachtaktiv, ziehen Grashalme und welke Blätter in ihre Gänge und beschleunigen so die Zersetzung von organischen Bestandteilen, damit entsteht neue Erde. Aber auch für die Pflanzenwurzeln bedeuten die Röhren der Würmer Mineralstoffversorgung und Luft. Würmer sind Zwitter. Sie bilden sowohl Ei -als auch Spermienzellen. Jedes Tier hat einen heller gefärbten Teil, der sogenannte Gürtel, dieser sondert eine Schleimmanchette ab, darin werden reife Eizellen gespeichert. Das Tier windet sich aus dieser Manchette vorbei an den Spermien, so werden die Eier befruchtet. Die Manchette erhärtet an der Luft, und nach wenigen Wochen schlüpfen 1cm lange Würmchen. Aus einem geteilten Wurm werden keine 2 erwachsene. Nur der Teil mit dem Hirn und mindestens 40 Ringen von 150 kann überleben.

Die Edelkastanie

02. 10. 2008

Die Edelkastanie kommt ursprünglich aus Kleinasien. Sie wurde in der Antike schon gerne gegessen. Bevor die Kartoffel nach Europa kam war die Kastanie im Mittelmeerraum und sogar nördlich der Alpen ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Zu uns gelangte sie durch die Römer. Hildegard von Bingen empfahl Maroni für kranke und geschwächte Menschen als Aufbaumittel. Inhaltstoffe: Kalium, Natrium, Calzium, Eisen, Magnesium, Kupfer und Schwefel, einige B-Vitamine, Karotin, Vitamin E und C, Aminosäuren. Am Abend gegessen sollen die Kastanien die Entspannung und das Einschlafen fördern, aber auch Magen- und Darmprobleme verbessern sowie die Rekonvaleszenz ankurbeln. Die Edelkastanie kann nicht mit der Rosskastanie (nicht verwandt) verwechselt werden. Die im Heissluftofen mit einer Schale Wasser gedämpften Maronen können sehr gut mit Prosecco gereicht werden. (Danke Sandra Anliker)

Was für eine Überraschung

05. 09. 2008

Am  Loch 15 steht ein Watvogel im Wasser (Limikolen). Watvögel picken am Strand entlang im Schlamm nach Insekten, Krebsen und Käfer, unser Gast lief auf den Unterwasserpflanzen am Loch 15 zwischen den beiden Brücken. Diese Vögel sind auf dem Zug in west-oder ostafrikanische Winterquartiere. Von der Zeit her müsste es ein Jungvogel sein. Die erwachsenen Tiere zwiehen etwa 1 Monat früher. Männchen, Weibchen und Jungtiere sind verschieden gefärbt. Die Altvögel haben zudem eine Ruhe- und Brutkleid daher ist es auch schwierg sie zu unterscheiden ( weil selten, bin ich nicht geübt) Die Vogelwarte hat nun meinen Verdacht bestätigt. Es handelt sich um einen jungen FLussuferläufer, der eine Rast einglegt hatt.

Raststätten

Zugvögel verhalten sich global, es gibt keine Grenzen. Zwei mal im Jahr fliegen sie vom Süden in den Norden und umgekehrt. Ungefähr 5 Milliarden Vögel sind in Bewegung. Viele von Ihnen überqueren das Mittelmeer und die Sahara. Dafür sind Nonstopflüge von 50 Stunden Dauer nötig. Diese Leistung kann nur mit genügend Fettreserven erbracht werden. Dazu  benötigen sie Raststätten  mit Futter. Solche Treibstoffvorräte können die Vögel doppelt so schwer werden lassen. Die Fettreserven liefern bei der Verbrennung doppelt soviele Energie wie Eiweiss oder Kohlehydrate was die Vögel auch nötig haben. Der Energieverbrauch ist 12 mal höher im Flug als in der Ruhe. Wenn ein Vogel z.B. Kohlmeise normalerweise 10 Gramm wiegt, vor seinem Wegflug 20 Gramm wiegt, reichen diese zusätzliche 10 Gramm für 2 bis 3 Tage Dauerflug oder 2000 Km. Viele unsere Brutvögel fliegen 8000 Km, daher ist es von entscheidender Bedeutung ein Netz von Rastplätzen für die Zugvögel auf Ihrer Route zu erhalten. Im Ramsar Abkommen ist dies festgehalten und wir Menschen hätten das Privileg dies zu begreifen.

Der Feuerbrand

Es handelt sich um eine Bakterienkrankheit (Erwinia amylovora), die meldepflichtig ist. Das Bakterium stammt aus Nordamerika, vor allem seit 1989 bekannt als Cotoneastern befallen waren. Für Mensch und Tier ist das Bakterium ungefährlich. Die Übertragung auf die Pflanzen (Apfel, Birnen und Quittenbäume, aber auch Wildstauden wie Weissdorn) geschieht durch blütensuchende Insekten, Vögel, Wind aber auch durch den Menschen (Pflanzenhandel, Schnittwerkzeuge, Sprühgeräte und durch die Hände). Fachleute sollten sich also um die befallenen Pflanzen kümmern (Gemeinde). Die Bakterien können nicht durch intakte Zellwände eindringen. Befall ist nur durch bestehende Öffnungen (Blüten) oder Wunden durch Schnitt, Wachstumsrisse oder Hagelverletzungen möglich. Es gibt eine Reihe von Pflanzen welche nicht oder begrenzt gepflanzt werden dürfen, da sie Wirtsträger sind (Bekämpfung und Pflanzenliste: Bundesamt für Umwelt = Buval).

Das Mauswiesel

Endlich habe ich es gesehen! Am Loch 17 im Bachbett in der Röhre unter dem  asphaltierten Weg. Das Mauswiesel.

Das Mauswiesel erreicht eine Körperlänge von 20 cm. Also kleiner als Hermeline, Marder und Iltisse. Die  Farbtönung des Felles bleibt in tiefen Lagen an der Oberseite das ganze Jahr braun an der Unterseite weiss. In höheren Lagen ist es im Winter reinweiss ohne schwarze Schwanzspitze. Die Wiesel in der Schweiz gehören zu den seltenen Tierarten. Das Jagdgebiet ist das offene Feld. Es frisst merheitlich Mäuse, folgt ihnen in die Mauslöcher. Wichtig sind Kleinstruckturen wie Steinhaufen, Hecken Röhren, Baumstrünke und Asthaufen als Verstecke, denn auch sie haben Feinde.

Wachholderdrossel

24. 07. 2008

Sie kommt heut in der Schweiz in grosser Zahl vor, kam aber letztes Jahrhundert zu uns aus dem Osten. Sie brütet jetzt 5-6 Eier in ca. 14 Tagen aus. Es können mehrere Vögel in einem Baum gleichzeitig nisten. In den Brutrevieren sind sie sehr angriffslustig. Eindringlinge werden gemeinsam vertrieben und mit Kot attakiert. Es wurden Greifvögel mit völlig kotverschmiertem Gefieder gefunden, sodass sie nicht mehr fliegen konnten.

Blutweiderich

24. 07. 2008

Eine auffallende Pflanze mit langen rotvioletten Aehren. Sie blüht vom Juni bis August, liebt nassen, schweren und stickstoffhaltigen Boden. Gedeiht deshalb an stehenden und fliessenden Gewässern. Der Name entstand, weil die Gerbstoffe der Pflanze früher zur Blutstillung verwendet wurde.

Ökologie auf dem Golfplatz

Grosslibelle

Juli 2008: Eine laute Vogelstimme mit unverkennbarem Trillern und Rollern im Lied ist jetzt vor allem auf dem Weg von Loch 1 zu Loch 2 zu hören.

Es ist einer der kleinsten Vögel der Schweiz, aber mit der lautesten Stimme mit gerade mal 10 Centimetern Länge und 8 bis 12 Gramm Gewicht: Der Zaunkönig. Er kann in die dichtesten Hecken fliegen, daher der Name. Er baut kugelförmige Nester, stellt sie der Partnerin vor und verabschiedet sich nach der Begattung zur nächsten Partnerin.

Unsere Grosslibelle (Mosaikjungfer)
hat ihr Larvenstadium (dauert 2 bis 3 Jahre im Wasser) beendet. Sie hat sich an einem Schilfhalm über Nacht hochgekrabbelt und sich fixiert. In ihrem Innern ist alles umgestellt für die Sauerstoffatmung aus der Luft. Nun beginnt die Verwandlung in die uns bekannte Libellenform während ca. 2,5 Stunden. Ihre Flügel sind kurz und gelblich gefaltet. Sie beginnen zu wachsen, zuerst in die Länge, dann in die Breite, und zuletzt sind sie glasklar.
Sie hat gegen 35’000 Einzelaugen, 3-Punkt-Augen, um hell und dunkel zu unterscheiden,  ist 75 mm lang und hat eine Flügelspannweite von 90 bis 110 mm. Sie kann in der Luft stehenbleiben und als einziges Insekt kurz rückwärts fliegen. Jeden ihrer Flügel kann sie einzeln steuern. Ihre Eier sticht sie in Schilfblätter oder Holz am Wasser. Daher ist ein Mähen der Teichränder zur Sicherung des Bestandes nur gut, wenn die Hälfte bis über den Winter stehen gelassen wird.

Der Mauersegler (Spyr)
ist ein sehr eleganter  Zugvogel. Seine langen, spitzigen Flügel erlauben ihm Höchstgeschwindigkeiten von 140 km/h. Diese braucht er, da er in Südafrika überwintert. Ausser zur Brutzeit ist er ständig in der Luft, frisst Mücken und Insekten und schläft sogar im Fliegen! Diese Vögel haben bei uns ein schweres Leben. Die Nistmöglichkeiten nehmen ständig ab. Unsere Häuser werden abgedichtet, es gibt keine Estriche mehr. Als Kolonienbrüter und mit ihren langen Flügeln brauchen sie Platz, um sich wenden zu können. Ihre Jungen sind nach ca. 6 bis 8 Wochen flugfähig.
In Asien leben diese Vögel gemeinsam mit den Fledermäusen. Die Nester werden vor allem von den Chinesen aus «Potenzgründen» zur Vogelnestsuppe verarbeitet! 
 

Juni 2008: Am Abschlag 8 am Steilhang blühen zwei Orchideen. Die heimischen Orchideen sind ausschliesslich Erdorchideen. Sie bevorzugen Kalkböden, ein bestimmtes Mass an Feuchtigkeit, viel Licht und die Gegenwart eines Wurzelpilzes.

In der Schweiz sind 60 Arten beschrieben, alle stehen unter Naturschutz. Die Orchideen blühen zwischen Mai und Juni, danach bilden sich Samen. Ein Schnitt der Wiesen mit Orchideen sollte erst im August erfolgen, Düngen und Pflügen zerstören sie. Die Bestäubung erfolgt über Hautflügler wie Bienen, Tagfalter und Fliegen. Unter besonders schwierigen klimatischen Bedingungen kann auch einmal eine Selbstbestäubung erfolgen, allerdings führt das zur Degeneration. Das Besondere der Orchideen ist, dass ein Blütenblatt sozusagen als Landeplatz für die Insekten ausgebildet ist. Der Duft der Blüte lenkt das Insekt, und im Falle des Bienenragwurzes ist das Blütenblatt das Abbild der Biene. Sogar die Stellung, ob Hinterteil oder Kopfteil des Insektes zum Blühtenzentrum gedreht werden, muss ist vorgegeben.

Herzlichen Dank Rosmarie Wollschlegel (Clubmitglied) für diesen wertvollen Beitrag.