News und Berichte

Senioren Geburtstagstrophy

Von: Franz Rüttimann

Ein Golftag wie aus dem Bilderbuch

Ob erstaunlich oder nicht, Begriffe wie „Senioren“ oder „Jubilare“ – einzeln oder in Kombination verwendet – lösen beim Chronisten immer wieder nostalgische Reminiszenzen oder anderweitige Assoziationen aus. Denn wer erinnert sich nicht an die Gratulationssendungen, die Radio Beromünster seinerzeit in den Äther entsandte und etwa in folgender Art daherkamen: „Heute darf Herr Balthasar Rüedisüeli im Alters- und Pflegeheim „Zur Waldesruh“ im Hombrechtikon seinen 95sten Geburtstag feiern. Der Jubilar erfreut sich noch sehr am irdischen Dasein; er ist zwar etwas vergesslich geworden, und auch mit dem Löffeln der Suppe hat er zunehmend seine liebe Mühe. Sonst aber ist er noch purrlimunter und wünscht sich zu Feier des Tages das Lied „Näher mein Gott zu dir“. Diesen Wunsch erfüllen wir Herrn Rüedisüeli natürlich sehr gerne“. Oder wer kennt sie nicht, die periodisch stattfindenden militärischen Jubilarenfeiern und Veteranentage, wie etwa der schweren Minenwerferkompanie II/189? Treffpunkt ist in der Regel das Bahnhofbuffet Olten. Nach dem obligaten Apero gibt’s dann Schweinebraten mit Kartoffelstock und Erbs- und Rüebli (Anmerkung des Chronisten: Ganz früher wurde ein nach Armee-Originalrezept zubereiteter Spatz gereicht; nur eben, die mit der zunehmenden Hinfälligkeit  der Teilnehmer einhergehende Instabilität der Zähne bzw. die perlweissen Dritten würden – angesichts der Zähigkeit der verarbeiteten Kuh - dem mechanischen bzw. akustischen Stresstest nicht mehr standhalten). Natürlich darf der die Zunge lösende Dôle von Bonvin nicht fehlen, mit der Folge, dass jeder dritte Satz mit „Weisch no ....“ beginnt, und Begebenheiten zum Besten gegeben werden, die locker einen zweiten Band von „Schweizer Sagen und Heldengeschichten“ erlauben würden.

Nun, derlei Assoziationen haben im Kontext der GCK Senioren natürlich keinen Platz, handelt es sich doch bei letzteren um Individuen, die den Alterungsprozess offenbar schadlos überstanden haben und keine Halbwertszeit kennen. Und wenn es um das „EINE“ geht? Eine allenfalls wankende Standhaftigkeit und aufkommende Selbstzweifel lassen sich mit gekonnter Verbalakrobatik, einer Kurpackung Viagra (Ricola hilft wenig oder gar nicht!), einem rassigen Sportflitzer oder grosshubigen SUV faktisch bzw. mental leicht kompensieren. Eine blutjunge Freundin? Pfui, geht noch viel weniger! Sei’s drum, in des Chronisten Präsenz hat wenigstens noch kein GCK-Senior behauptet, er sei nach wie vor ein Remake von Giacomo Casanova, der selbst im hohen Alter und nach seinem Entrinnen aus den Bleikammern von Venedig sein wüstes amouröses Tun nicht lassen konnte. Andererseits hat sich aber noch keiner in realistischer Demut geübt, wie weiland der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der zeitlebens kein Kostverächter war, aber dann schlussendlich in Versform bekannte:

 

Gerne der Zeiten gedenk’ ich,

da alle Glieder gelenkig,

bis auf eins.

Doch die Zeiten sind vorüber,

steif geworden alle Glieder,

bis auf eins.  

 

Doch nun, nach den gedanklichen Ab- und Ausschweifungen des Chronisten, zu den wesentlichen Fakten eines wunderbaren und erinnerungswürdigen Golftages, den 30 Jubilare mit ihrem grosszügigen Sponsoring ermöglichten.

Angesagt war ein 3er-Scramble mit wechselnden Abschlägen weiss-gelb-blau-rot, eine spannende Spielform, die mehr auf Teamplayer und weniger auf Egomanen zugeschnitten ist. Die äusseren Bedingungen hätten besser nicht sein können: Für einmal hatte SRF-Bucheli – der bei Überbringung der frohen Kunde einmal mehr sein Gesicht verzog als litte er unter chronischem Bauchgrimmen – mit seiner Prognose recht. Es herrschte Kaiserwetter. Auch Spielbahnen und Greens gaben zu keinen Klagen Anlass, und die sich sanft verfärbende Natur bildete eine wunderbare Kulisse, wie sie nur im Frühherbst anzutreffen ist. Die 66 Senioren waren sich denn auch einig: In einem solchen Ambiente sollte man immer und dereinst auch im Himmel Golf spielen können! So war es schlussendlich nicht verwunderlich, dass per Saldo hervorragend gespielt wurde. In die Annalen eingehen wird sicherlich das Bruttoergebnis von 60 Punkten des Teams um Jörn Jacobsen. Da kann man sich nur in Ehrfurcht verneigen und ein aus dem tiefsten Inneren kommendes „Wow“ von sich geben! Aber auch die Leistungen aller anderen Preisträger verdienen das Prädikat „super“ (Details dazu in der Resultatübersicht). Und ja, da wäre noch etwas. Hat jemand je von „bald eagles“, also von Glatzkopfadlern gehört? Von glatzköpfigen Geiern ja, aber von Glatzkopfadlern? Eben! Diese neue ornithologische Spezies gibt’s in drei Exemplaren erst seit gestern, nicht als Resultat irgendwelcher Genmanipulationen oder Züchtungen, sondern als Folge des Einlochens mit zwei Schlägen auf Loch 2. Die Vertreter dieser Gattung Federvieh tragen denn auch schon putzige Namen, nämlich Ian, Fredy und Peter.

Der gesellschaftliche Teil des Tages gestaltete sich im üblichen Rahmen: Tolle, kameradschaftliche Atmosphäre, hervorragendes Essen und guter Wein, freundlicher und speditiver Service, und zum Dessert hausgemachte, leckere Cakes.

 

Zum Schluss möchte der Chronist aufrichtig und herzlich all jenen danken, die zum

gestrigen Golffest beigetragen haben: Den Sponsoren, unserem Captain Willy und dem Vicecaptain Walter, der Küchenbrigade und dem Servicepersonal, den guten administrativen Geistern hinter den Kulissen, und ganz besonders Jürg Aschmann.

Jürg hat es erneut auf sich genommen, nach Island zu reisen und dort – mit dem Ziel, die hochstehenden kulinarischen Begehrlichkeiten der GCK-Senioren zu befriedigen – die weltweit besten Lachse aus dem Wasser zu ziehen und diese zu erstklassigen Brötchen zu verarbeiten. Er wird diese liebgewonnene Tradition auch fürderhin pflegen. Im Hinblick darauf, lieber Jürg, ein uneigennütziges „Petri Heil!“

Und last but not least: Josef Roos, einer unserer Doyens, hat gestern sein (vorläufig?) letztes Turnier bestritten und wird aus dem Club austreten. Man kann es ihm angesichts seiner 80 Lenze nicht verargen. Sepp liess es sich nicht nehmen, beim Apero die Rednerbank mit einer Leichtigkeit zu besteigen wie einst Dong Hua Li das Pauschenpferd und eine launige Abschiedsrede zu halten, dies in einer leichtfüssigen Rhetorik, von der alt BR Schneider-Ammann nur hat träumen können.

Lieber Sepp, auch wir danken dir für die jahrelange Kameradschaft - wir werden dich, deine ungekünstelte Art  sowie deinen auf diesem Planeten einzigartigen Golfschwung vermissen.

 

Fazit des Tages: Uns geht es wirklich gut! Sind wir uns dessen auch hinreichend bewusst?

Zu den Fotos

27.09.2018 19:00 Alter: 55 Tage

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